Dreistigkeit wird endlich bestraft

Ich wittere ja schon seit langem, seit Anbeginn der Zeit quasi im Internet gegen die abzocke in den Regalen von Discountern und Einkaufsmärkten. Was einem da als Konsument geboten wird ist die reine Schande: die Verpackungen werden immer größer, der Inhalt wird immer geringer und der Preis bleibt gleich oder wird ebenfalls erhöht. So wird man entweder direkt abgezockt oder heimlich wird einem das Geld Tasche gezogen. Jetzt habe ich aber von einem Fall erfahren, wo endlich die Dreistigkeit eines Unternehmens ein Ende darin findet, dass der Discounter, der die Ware eigentlich anbietet, öffentlich auf diese Schandtat hinweist und sie verurteilt.

Ort des Geschehens ist der Drogeriediscounter DM, bei dem bis vor kurzem noch die Zahnpasta Colgate im Angebot war, jetzt allerdings bis auf weiteres aus dem Regal gestrichen wurde. In dem Platz, der für dieses Hygieneprodukt reserviert war wird nun von der Warenkette ein Schild präsentiert, das auf die Schandtat hinweist und das Auge der Öffentlichkeit auf die abzocke des Herstellers hinweist.

Denn es ist nicht gerade ein kleiner Sprung, der je gemacht wird. Wo früher noch 100 ml in der Tube Zahnpasta verkauft wurden, hat der Hersteller jetzt auf hinterhältige Weise den Inhalt auf 75 ml verringert, der Preis ist aber natürlich komplett gleich geblieben. Das ist eine Verringerung von einem Viertel!! Nicht mal ein Erbrechtsanwalt hat genug Einkommen, um für so eine Frechheit zu bezahlen ohne arm zu werden.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie stehen an der Zapfsäule und sollen weiterhin über 1,30 € für 1 l Benzin bezahlen, allerdings kriegen sie es nicht mehr 1 l in den Tank, sondern nur noch dreiviertel. Würden Sie dann nicht auf die Barrikaden gehen? Natürlich würde es ein Aufschrei des Entsetzens geben und es wäre überall in den Nachrichten zu lesen. Aber wenn das Ganze in einem Discounter passiert, bei Zahnpasta oder vielleicht auch im Supermarkt bei der Chipspackung, dann interessiert es niemanden und es ist allgemein gängige Praxis, den Verbraucher über den Tresen zu ziehen.

Dabei fällt mir ein gutes Sprichwort ein: die Kunst besteht darin, den Kunden so schnell über den Tisch zu ziehen, dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet. Ich finde es gut, dass der Drogeriediscounter hier zu dieser radikalen Maßnahme gegriffen hat und einmal anklagend den Zeigefinger der Empörung hebt um dem Volk zu zeigen, dass eine Schwelle überschritten wurde. Natürlich ist das ganze nicht nur moralisch einwandfreier Altruismus, es steckt natürlich auch ein wirtschaftliches Motiv dahinter. So kann sich der Discounter auf diese Weise als kundennah profilieren und seinen Ruf verbessern, der in der letzten Zeit ja auch unter diversen Skandalen gelitten hat.

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