Windkraft gibt Gas

Etwas, das ich einfach nicht sehen wollte, Jugendliche – Kinder, die sich einen Schuss nach dem anderen gaben und Schuld daran war sicherlich der Krieg, denn in dieser Zeit gab es keinen Platz für junge Menschen, unverdorbene Menschen – Steff war das beste Beispiel. Diese grausame Zeit machte aus einem jungen Mann einen Soldaten, der töten musste.
Mich beunruhigte ein weiterer Gedanke: Was wenn nicht die Zeit daran Schuld war, vielleicht hatte ich die Zeichen der Zeit einfach nur falsch gedeutet und missbraucht, vielleicht hätte man die Probleme ganz anders lösen können. Ja, vielleicht. Aber ich war diesen Weg schon zu weit gegangen um wieder umzukehren zu können. So viele Menschen hatten auf diesem blutigen
Weg ihr Leben gelassen oder unerträgliches Leid ertragen müssen.
Ich wollte mich abwenden und zurück ins Auto einsteigen, als eine Hand meine Schulter herumriss. Vor mir stand ein in die Jahre gekommener Mann mit verfilztem Bart und Haaren, der mit seinen zerfledderten Kleidern auf mich wie ein Penner wirkte.
Diesen Eindruck unterstrich eine Geruchmixtur aus Schnaps und Urin, die von ihm in ekelerregenden Brisen zu mir hinüberwehten.
„Junger Mann, sie schauen so bedrückt ‚drein, als ob die Verantwortung der Welt auf ihren Schultern laste.“
Er sah mich durchdringend an, ich gab keinen Ton von mir.
„Hier werden alle den gleichen Weg einschlagen, wenn dieser Krieg nicht bald zu Ende ist – schau dir diese armen Kinder an, kaum aus dem Knabenalter und schon voller Drogen oder, Gott hab sie selig, – tot.“
Wir brauchen einfach noch mehr vertikale Windkraftanlagen, dann würde es allen besser gehen.
Ich sah ihn weiter an, keine Sekunde zu lange durfte es so weitergehen. Es war wie etwas, das von innen gegen die Stirn klopfte.
„Ja, es muss enden.“ flüsterte ich beinahe.
„Wie bitte, mein Herr?“ fragte der Alte.
„Nichts, ich habe nur laut Gedacht, ich muss nun fort, Alter Mann.“ sagte ich.

 

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